Phasen einer Gefährdungsbeurteilung Brandschutz

(GefB BS)

 

Die Gefährdungsbeurteilung teilt sich in 6 Phasen.

 

 

 

Zu Beginn einer Gefährdungsbeurteilung Brandschutz ist festzulegen, welche Arbeitsbereiche und Tätigkeiten beurteilt werden sollen. Hierbei wird die Betriebsorganisation erfasst, an derer die Gefährdungsbeurteilung durchgeführt werden soll. Ebenfalls zu beachten ist, ob es sich bei den Mitarbeitern um Jugendliche, werdende oder stillende Mütter, Beschäftigte ohne ausreichende Deutschkenntnisse oder Menschen mit Behinderungen handelt. Eine Gefährdungsbeurteilung Brandschutz muss diesen Besonderheiten ebenfalls Rechnung tragen.

 

1. Ermittlung der Gefährdung

Grundsätzlich sind alle Gefährdungen, d.h. alles was zu Unfällen, Bränden oder Beeinträchtigungen der Gesundheit führen könnte, zu ermitteln.

 

2. Beurteilung der Gefährdung

Nun wird ermittelt, ob Handlungsbedarf besteht. Hierbei ist erforderlich, einzuschätzen mit welcher Wahrscheinlichkeit die Gefährdung eintreten und wie diese Eintrittswahrscheinlichkeit beeinflusst werden könnte. Gesetze, Verordnungen, technische Regeln und branchenspezifische Vorschriften der Unfallversicherung-sträger sind hierbei zu berücksichtigen.

 

3. Maßnahmen festlegen

Auf Grundlage der bisherigen Vorarbeiten werden technische, organisatorische und personenbezogene Arbeitschutzmaßnahmen zur Beseitigung der festgestellten Gefährdungen bestimmt. Im Idealfall kann die Gefährdung vermieden bzw. ausgeschaltet werden, z.B. durch das Ersetzen eines brandgefährlichen Arbeitsmittels durch ein anderes. Grundsätzlich haben technische Maßnahmen, gefolgt von organisatorischen vor personenbezogenen Maßnahmen, Vorrang.

 

4. Maßnahmen durchführen

Nach den festgelegten Kriterien - wer macht was bis wann - folgt nun die Umsetzung der festgelegten Maßnahme.

 

5. Überprüfen der Wirksamkeit

Um festzustellen, ob mit der durchgeführten Maßnahme der Gefährdung erfolgreich begegnet wird, muss diese auf Wirksamkeit überprüft und ggf. angepasst werden.

 

6. Fortschreibung der Gefährdungsbeurteilung

Eine Gefährdungsbeurteilung ist keine einmalige Sache, sondern ein ständiger Prozess. Sobald sich Änderungen durch Neuplanungen oder Umorganisationen ergeben, ist die Gefährdungsbeurteilung zu aktualisieren. Aber auch bei Erkenntnissen aus Unfällen oder bei gesetzlichen Änderungen ist die GefB anzupassen

 

Dokumentation

Gem. § 6 (1) Arbeitsschutzgesetz hat der Arbeitgeber die Gefährdungsbeurteilung insbesondere die Ergebnisse, die festgelegten Maßnahmen sowie die Ergebnisse der Überprüfung zu dokumentieren.

„Der Arbeitgeber muss über die je nach Art der Tätigkeiten und der Zahl der Beschäftigten erforderlichen Unterlagen verfügen, aus denen das Ergebnis der Gefährdungs-beurteilung, die von ihm festgelegten Maßnahmen des Arbeitsschutzes und das Ergebnis ihrer Überprüfung ersichtlich sind. Bei gleichartiger Gefährdungssituation ist es ausreichend, wenn die Unterlagen zusammengefasste Angaben enthalten.“

Diese Dokumentation ist bei Betriebsbesichtigungen auf Verlangen vorzuzeigen oder wird im Falle eines Unfalls von der Staatsanwaltschaft verlangt.

 

!-- Piwik -->